Freitag, 9. September 2011

The Mortal Bookshelf - Interview mit mir

Hier ein neues Interview, das ich mit The Mortal Bookshelf führte!



Zuerst vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für uns nehmen.
Vielleicht könnten Sie sich zu Beginn kurz selbst vorstellen?
Ich danke auch vielmals für die Anfrage und freue mich auf das Interview!
Also gut, wer bin ich …? Ich bin ein Sonntagskind, das im Juli 1988 geboren wurde. Als ich vier Jahre alt war, zog meine Familie nach Deutschland – ins Zentrum der hochdeutschen Sprache, Hannover. Seit einigen Jahren lebe ich aber in Baden-Württemberg, wo ich kaufmännisch und ehrenamtlich auch redaktionell tätig bin. Denn das Schreiben ist seit jeher mein größtes Hobby. Im Februar 2011 war es dann soweit und mein erster Roman erschien im Dead Soft Verlag – weswegen ich jetzt auch diese Unterhaltung führen darf!

In Ihrem Buch “ToyBoy” verfügen die Charakter über magische Fähigkeiten, welche Fähigkeit würden Sie gerne besitzen und wieso?
Sicher wäre es herrlich, Gegenstände schweben lassen zu können! Dazu muss ich sagen, dass ich Rollstuhlfahrerin bin und diese Fähigkeit daher tatsächlich einen Hintergedanken hat. Eine bloße Handbewegung und der Tee schenkt sich von selbst in die Tasse ein – ein Traum! ;-)
Was mir ein Graus wäre, ist das Gedankenlesen! Um nichts in der Welt würde ich mir solch eine Gabe wünschen. Denn die Gedanken eines jeden sollten frei von „Zuhörern“ sein.

Wie sind Sie auf die Idee zu “ToyBoy” gekommen?
Die Idee zu ToyBoy ist uralt. Ich kann mich eigentlich kaum an Hintergründe erinnern – nur, dass alles mit Kopfkino begann. Ein Grund mehr, weshalb keiner in meine Gedanken einblicken sollte! ;-)
Es ist keine höchst romantische Geschichte – denn um ehrlich zu sein: Ich bin kein Fan von Büchern oder Filmen, in denen es beispielsweise am Ende schnulzig wird und jeder sich lieb hat. ToyBoy hat auch ein Happy End – was mir immer wichtig ist – und Gefühle spielen auf jeden Fall eine Rolle. Aber ab einem gewissen Grad finde ich Liebesbekennungen und Co einfach übertrieben und kitschig. Das wurde mal an ToyBoy bemängelt, jedoch wollte ich Kayen nicht so verbiegen, dass er plötzlich ein halbes Mädchen wird. ;-)

Alex und Kayen sind in ihren Persönlichkeiten sehr unterschiedlich. Während Alex eher zurückhaltender ist und sich wünscht akzeptiert zu werden, möchte Kayen einfach sein Ding durchziehen. Welcher der beiden Jungs ist Ihnen ähnlicher?
Darüber habe ich noch nie nachgedacht … Hm, ich schätze, es hängt von der Situation ab. Es gab zumindest früher eine Zeit, in der ich sehr wie Alex war; zurückhaltend und immer darauf bedacht, es anderen recht zu machen. Aber ein wenig mehr wie Kayen zu sein, täte mir sicher gut. Manchmal bin ich das auch, nur eben noch nicht immer.

Wie kamen Sie auf die Idee, ein homoerotisches Buch zu schreiben? Gab es je die Überlegung in einem kommerzielleren Genre wie z. B. jugendliche Fantasy zu schreiben über Vampire, Werwölfe und Dämonen?
Gab es, ja! Ich habe mit 14 oder 15 Jahren mein erstes ganzes „Buch“ geschrieben. Hier ging es nicht um Homoerotik. Der Grund war aber tatsächlich der, den ich bereits in der letzten Frage nannte: Ich wollte es allen recht machen und dachte, es gehört sich für einen Teenager nicht, erotische Bücher zu schreiben. Aber mit der Zeit machte ich mit klar, dass für mich das Schreiben sein sollte wie das Denken – ich tat es für mich allein, da es meine größte Leidenschaft war und bis heute ist. Diese Welt ist meine und in ihr bin ich frei. Wem das nicht passt, der sollte die Finger von meinen Geschichten lassen.
Für die Zukunft schließe ich aber nicht aus, dass es auch andere Genres geben wird. Ich hätte da auch schon einige Ideen, mal sehen.

In unserer kleinen aber stetig wachsenden Community zählen viele der Mitglieder das Schreiben eigener Geschichten oder das Schreiben von FanFictions zu ihren Hobbys. Erzählen Sie uns doch, wie Sie dazu gekommen sind, mit dem Schreiben anzufangen. Wollten sie schon immer Autorin werden?
Absolut! Schon in der Grundschule liebte ich es, Aufsätze zu schreiben. Wenn meine Mitschüler gequält aufstöhnten, konnte ich kaum die Aufgabenstellung erwarten.
Im Jahr 2006, wenn ich mich nicht irre, begann ich dann damit, Geschichten kapitelweise ins Internet zu stellen. Es erschienen auf diese Weise zwei längere Storys, und ich hatte über 16.000 Leser. Übrigens ist ToyBoy keine dieser Geschichten – das wurde ich nämlich einmal gefragt. Und, na ja, dann wagte ich den nächsten Schritt und schickte mein Skript an den Dead Soft Verlag. Danach ging eigentlich alles recht zügig voran.

Gibt es einen Ort, an dem Sie besonders gerne schreiben?
Meist schreibe ich im Bett, aber der Ort ist eigentlich unwichtig. Wenn ein Einfall kommt, wird geschrieben. Ich habe mir sogar extra ein Handy mit Schreibprogramm gekauft, damit ich unabhängig vom Laptop arbeiten kann.

Hören Sie während des Schreibens Musik?
Auf keinen Fall. Wenn ich Musik höre, bin ich in den Liedern drin und nehme sie komplett in mir auf. Beim Schreiben ist es das selbe: Wenn ich loslege, darf mich nichts ablenken.

Haben Sie literarische Vorbilder?
Ich denke, nein. Man sagte mir früher oft, wenn ich Autorin sein möchte, müsste ich mir den Stil einer tollen Schriftstellerin aneignen. Das machte mich – ich schiebe es mal auf das Teeny-Alter – total rasend. Denn ich schrieb schon immer wie es mir passt und Spaß macht.

Gibt es bestimmte Tageszeiten, an denen Sie besonders motiviert und/oder kreativ sind?
Ich bin ein hoffnungsloser Nachtmensch. Zu dieser Zeit schreibe ich am liebsten. Aber Kreativität kennt keine Uhrzeit. Ideen kommen in verschiedensten Situationen.

Von der Idee bis zum eigentlichen Buch, wie gehen Sie vor? Arbeiten Sie einen vollständigen Plot aus? Erstellen Sie Charakterbögen?
Ich bin mir sicher, dass es einfacher und produktiver wäre, zunächst ein Exposé auszuarbeiten, und dann das Schreiben zu beginnen. Ich versuchte es sogar. Aber als ich dann von einem Exposé-Punkt zum nächsten schreiben wollte, kam es mir sehr steif und wie Arbeit vor. Dabei ist dies mein Hobby und ich texte lieber nach Gefühl drauflos, was ich nun vorerst auch wieder tue.
Was die Charaktere angeht, lasse ich ihnen ein Eigenleben, so weit es geht. Zwar überlege ich mir vorab, wie die Persönlichkeiten am Anfang und Ende sein sollen, aber dazwischen verselbstständigen sie sich.

Gibt es einen Ihrer erschaffenen Charaktere, der Ihnen besonders am Herzen liegt?
Ich habe das Gefühl, dass Charaktere, mit denen man sich momentan intensiv beschäftigt, einem immer besonders viel bedeuten. So ist es jedenfalls bei mir. Derzeit schreibe ich an einem Roman, in dem der Hauptcharakter in eine für ihn völlig neue Welt eintaucht. Ihn auf diesem Weg zu begleiten, macht mir den Charakter sehr sympathisch und ich „leide“ und „lebe“ regelrecht mit ihm!

Welche sind Ihre Lieblingsbücher und gibt es ein Buch, welches Sie unseren Webseitenbesuchern empfehlen würden?
Die Bücher der „Chroniken der Unterwelt“ von Cassandra Clare sind bis heute die ersten – und letzten? –, die ich ein zweites Mal gelesen habe. Normalerweise passiert das nie, diese Werke jedoch fand ich einfach schön. Sehr empfehlenswert.

Gibt es eine Frage, die Sie gerne einmal gefragt werden würden? Wenn ja, wie wäre diese Frage und wie wäre Ihre Antwort auf die Frage?
Das finde ich jetzt herrlich! Immer wenn ich Interviews lese oder sehe, stelle ich mir genau diese Frage, zum Beispiel wenn Musiker immer das selbe gefragt werden! Oft überlege ich mir dann, wo das gute, alte und vor allem ehrlich gemeinte „Wie geht es Ihnen heute und was beschäftigt Sie derzeit?“ geblieben ist. Es ist nichts Besonderes, aber – wie ich finde – sehr Wichtiges.
Meine Antwort darauf … Ich komme frisch aus dem Urlaub und vermisse ihn momentan sehr. Hinzu kommt, dass ich bald eine wichtige Prüfung habe und demnächst dafür lernen muss. Zusammen mit einigen weiteren mehr oder weniger alltäglichen Problemen bin ich also derzeit etwas hibbelig. Aber gut geht es mir dennoch!

Haben Sie noch eine Nachricht an die Besucher von The Mortal Bookshelf?
Wenn ihr so hibbelig seid wie ich, dann lest ein gutes Buch, um für einige Augenblicke der Realität zu entrinnen – es hilft!