Dienstag, 12. Juni 2012

Ein Interview mit mir

Auf Saskias Blog Meine Kleine [Bücher] Welt gibt es ein neues Interview mit mir!



Stell Dich doch bitte kurz den Lesern vor!

Erst einmal sende ich ein virtuelles Hallo an alle Leser und auch an dich, Saskia! Lieben Dank für die Einladung zum Interview!

Okay, und nun zu mir ... Ich bin Irina Meerling, lebe in Baden-Württemberg und wurde im Sommer 1988 geboren. Ich bin von Geburt an Rollstuhlfahrerin – leide an Muskelschwund –, weshalb es bei mir immer ein wenig länger dauert, bis ich ein Buch oder eine Geschichte fertig habe. Meine Leser mögen es mir bitte verzeihen … Aber das Schreiben ist meine größte Leidenschaft. Ohne sie  würde ich auf Dauer sicherlich Entzugserscheinungen bekommen und jeden mit spontan ausgedachten Erzählungen nerven!

Wie bist Du zum Schreiben gekommen und seit wann schreibst Du? Wer oder was beeinflusste Dich in der Wahl deines Berufes als Autorin? Übst Du nebenher noch einen weiteren Beruf aus und wenn ja, welchen?

Puh ... Ich kann mich an gar keine Zeit erinnern, in der ich nicht gerne geschrieben habe! Schon in der Grundschule war ich immer diejenige, die es nie abwarten konnte, bis endlich der nächste Aufsatz anstand!

Privat begann ich etwa im Alter von elf Jahren, Geschichten aufzuschreiben, doch die meisten brachte ich vor lauter Ungeduld nie fertig. Erst mit vierzehn oder fünfzehn Jahren beendete ich eine Story, die mir sehr am Herzen lag. Diese liegt bis heute bei mir herum.

Ich glaube nicht, dass ein äußerer Einfluss auf mich wirkte und mich somit zum Schreiben bewegte. Gelesen habe ich als Kind nie und Vorbilder hatte ich in die schriftstellerische Richtung daher auch keine ... Ich denke, es war und ist einfach der Spaß am Schreiben!

Ja, ich bin nur nebenberuflich Autorin. Ansonsten bin ich im redaktionellen und auch im kaufmännischen Bereich tätig.

Der Weg von einer Idee zum fertigen Manuskript: Wie sieht dein Schreib-Alltag aus bzw. wie gestaltest du das Schreiben?

Einen Schreib-Alltag gibt es bei mir in dem Sinne nicht. Ich gehe nur an den Laptop, wenn ich gerade Lust dazu habe. Und dann wird drauf los getippt. Als „Roten Faden“ habe ich oft nur mein Gedächtnis. Das bedeutet, ich notiere mir meist nur die wichtigsten Eckpunkte der Story und der Rest entsteht spontan. Meine Protagonisten machen ja eh das, was sie wollen, grins!

Wie bist du auf die Idee zu deinem Buch ToyBoy gekommen?
Um was geht es in dem Buch?
Hat es eine Moral?

Mein ToyBoy war lange Zeit reines Kopfkino! Ich hatte gar nicht nach einer Buchidee gesucht – der Entschluss, das ganze zu Papier zu bringen, kam erst viel später.

Es geht um den jungen Alex, der nach den Ferien in das Magierinternat zurückkehrt und gleich im ersten Kapitel auf den verhassten Kayen trifft. Dem Leser wird jedoch recht schnell klar, dass Alex nicht nur Hass für seinen Mitschüler empfindet – und so beginnt ein erotisches Hin und Her der Gefühle, bis Alex kurz davor ist, alles zu verlieren.

Einen erhobenen Zeigefinger findet man in ToyBoy eben so vergeblich wie eine Schnulze. Wer jedoch zwischen den Zeilen liest, erkennt sowohl die Romantik, als auch die Aussage: „Sei du selbst und steh dazu!“ Alex lernt diese Lektion erst am Ende des Buches. Und erst dann bekommt er die Möglichkeit, glücklich zu werden.

Wie entstehen die Protagonisten Deines Buches? Sind Deine Figuren immer rein fiktiv oder haben sie auch ab und an mit realen Personen in Deinem Leben zu tun?

Spontan würde ich sagen, dass sie alle rein fiktiv sind. Jedoch glaube ich, wir Menschen sind so gestrickt, dass unser Unterbewusstsein oft mit uns Spielchen treibt. Daher kann es sehr gut möglich sein, dass meine Protagonisten den ein oder anderen ungeplanten Bezug zu realen Personen haben. Gewollt ist es aber nicht.

Was bereitet dir mehr Schwierigkeiten? Der Anfang oder das Ende Deines Buches?

Eindeutig das Ende des Buches! Zu Beginn flutschen die Worte nur so heraus. Es gibt keine Vorgaben, alles ist offen, du formst die Leute und Eigenschaften … Gegen Ende dann muss man bedenken, dass alle – Leser, Protagonisten und ich selbst – zufrieden sein müssen. Das Ende einer Geschichte rundet alles ab und muss meines Erachtens ein tiefes Durchatmen beim Leser hervorrufen können. Außerdem laufen hier alle Fäden zu einem gemeinsamen Ende zusammen und es heißt Abschied nehmen von den lieb gewonnenen Figuren des Buches!

Wie hat es sich angefühlt, dein eigenes Buch das erste Mal in den Händen zu halten?

Es war ... ohne Worte! Ich habe meine Autorenexemplare ewig in Händen gehalten, angefasst und dabei breit gegrinst! Ein paar meiner typischen „Quiek-Geräusche“ habe ich vor Freude bestimmt auch gemacht.

Nach so langer Zeit des Mitleidens, Schreibens und Bangens ist es einfach ein grandioses Gefühl, das eigene Werk fertig in Händen zu halten. Und beim Erstling ist es eben noch mal völlig neu! Aber jedes Buch ist ein unbeschreibliches Gefühl, keine Frage!

Welches gelesene Buch hat einen nachhaltigen Eindruck bei Dir hinterlassen und ist aus Deinem Bücherregal nicht mehr wegzudenken?

Ich muss gestehen, obwohl ich recht oft lese, gibt es noch kein Buch, bei dem ich sagen kann: DAS ist es!

Immer schon mochte ich fertige Geschichten nicht so sehr wie die Möglichkeit, meine eigene Fantasie laufen zu lassen. Zu oft denke ich: „Dies und das hätte ich eher so und so gemacht“. Aber „Tote Mädchen lügen nicht“ von Jay Asher ist eins der wirklich wenigen Bücher, das ich nach vielen Jahren noch in Erinnerung habe. Es ist ein Jugendbuch, denn – so lustig es auch ist – ich lese in eine andere Richtung als ich schreibe!

Wenn Du in Dein eigenes Bücherregal schaust – welches Genre ist hier am meisten vertreten?

In meinem Schrank stehen fast nur so genannte Jugend- und „Junge Erwachsenen“-Bücher. Es gibt zwei Ausnahmen, wo ich mir Werke meiner Verlagskolleginnen gekauft habe. Aber sonst bevorzuge ich die „softere“ Ecke.

An welchem neuen Buchprojekt arbeitest du gerade? Auf was dürfen wir und als nächstes freuen? Kannst Du den Lesern schon etwas vorab verraten?

Sehr bald kommt jetzt erst einmal die Kurzgeschichte „Klassentreffen – ein sinnliches Wiedersehen“ als eBook heraus. Und dann steht noch eine Gay Romance an, auf die ich mich sehr freue. Aber noch ist diese nicht fertig, weshalb ich mich dann auch dazu entschied, zwischendurch die Kurzgeschichte zu bringen!
Mehr kann ich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht verraten – ich rede nie vorab über unbeendete Projekte! =)

Recherchierst Du vor Ort oder fließt sehr viel Phantasie in Deine Bücher mit ein?

Meine Geschichten beruhen auf Fantasie. Ich habe es als Leser nicht gerne, wenn mir das Buch vorschreibt, an welchem Ort und in welchem Land das Geschehene spielt. Und so vermeide ich auch als Autor, irgendwelche Grenzen zu ziehen. All meine Geschichten spielen sich ganz einfach in der Welt der Leser ab! ;)

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